Glück gehabt! Von Chaos, Gedanken und sehr netten Menschen…

Schon lange habe ich vorgehabt, noch einmal etwas für diesen wunderbaren Blog von meiner lieben Freundin und Autorenkollegin Nadine Wahl zu schreiben. Und da ich heute ganz unverhofft die Gelegenheit dafür gefunden habe, setze ich dies nun endlich um…

Glück gehabt!
Von Chaos, Gedanken und sehr netten Menschen

Eigentlich hatte ich mich auf meinen freien Tag gefreut. Endlich mal wieder Zeit ein wenig durch die Stadt zu bummeln und mich vielleicht mit einer alten Freundin auf einen Kaffee zu treffen. Später wollte ich noch ein wenig an meinem Romanprojekt schreiben und mich an einem neuen Cupcake-Rezept versuchen. Doch am Ende kam es anders, wie eigentlich so oft in letzter Zeit. Aktuell scheint alles chaotisch, geradezu verworren zu sein. Türen öffnen und schließen sich, viele neue Menschen strömen in mein Leben und wieder heraus. Ich bin verloren in meinen Gedanken, drifte ab in die berühmte Welt der Was-wäre-wenns und habe Angst davor die falschen Entscheidungen zu treffen.

Vollkommen versunken in diesem verqueren imaginären Irrgarten habe ich die Radfahrerin erst gar nicht bemerkt, die mir wild klingelnd auf dem Fußweg entgegenkam. Gerade noch konnte ich ausweichen. Allerdings ist mir wahrscheinlich in diesem Moment mein Handy aus der Tasche gefallen. Erst einige hundert Meter weiter habe ich bemerkt, dass es nicht mehr da war. Von einer Sekunde auf die andere landete ich auf dem kalten Boden der nüchternen Realität.

Panisch lief ich den ganzen Weg ab. Nichts. Ich überlegte, wann ich es zuletzt in der Hand hatte. Ich fragte in den nahegelegenen Geschäften nach. Nichts. War das Telefon am Ende vielleicht nicht nur verloren gegangen sondern sogar gestohlen worden?! Mein Herz begann zu rasen und mein Hirn schaltete den Tunnelblick ein. Zuhause versuchte ich noch ein paar Mal verzweifelt auf meinem Handy anzurufen. Nichts. Also auf in die Irrungen und Wirrungen der Mobilfunk-Hotline meiner Wahl. Eine Viertelstunde und einen gescheiterten Ortungsversuch später hatte der freundliche Sachbearbeiter meine Sim-Karte gesperrt, obgleich er ein wenig enttäuscht wirkte, dass ich nicht sofort ein Angebot für eine Vertragsanpassung inklusive Neugerät haben wollte.

Nachdem ich aufgelegt hatte, konnte ich zumindest ein wenig aufatmen. Immerhin das war geschafft. Langsam wurde der Tunnelblick vom Gedankenchaos durchbrochen, alles was mir blieb war hoffen. Hoffen, dass das Telefon noch irgendwie wieder auftauchte. Es mag meine natürliche Neigung zum Pessimismus sein oder das fehlende Vertrauen in andere Menschen, doch besonders groß war diese Hoffnung nicht. Getreu dem Motto Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber sie stirbt!

Erst einmal fertig mit der Welt lag ich auf dem Sofa und starrte ich die Decke an. Ich hatte keine Lust mehr in die Stadt zu gehen, meine Freundin zu treffen oder Cupcakes zu backen. Konnte denn nicht einmal ein kleines Wunder passieren? Ein kleines bisschen Glück? Das wäre mal eine willkommene Nebenwirkung der kürzlich zerbrochenen Milchflasche. Doch nichts, dachte ich gerade, als jemand auf dem Festnetz anrief.

Tatsächlich war mein Handy gefunden worden und unternahm just in diesem Moment einen netten kleinen Ausflug mit der Bahn, von dem es nun bald zurückkommen müsste. Auf jeden Fall sitze ich jetzt hier und schreibe, während ich warte, diesen Artikel. In Gedanken meinem aktuell viel zu chaotischen Leben und all den netten Menschen, die mir darin bislang begegnet sind. Denn wenn es sie nicht gäbe, würden so viele kleine Wunder nicht geben. Und die Hoffnung wäre wohl tatsächlich längst tot.

In diesem Sinne ein großes Dankeschön an den ehrlichen Finder alle anderen netten Menschen!  Ihr macht die Welt so viel schöner!

Ella K. Valentine

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