Alles stürzt zusammen, wieder einmal

Auf Twitter berichte ich, seitdem es passiert ist, davon (Hauptsächlich unter dem Hashtag #ohnedich, aber auch frei). Nun möchte ich auch hier schreiben, was mich umtreibt und wie mein Leben derzeit aussieht.

Es war der 03. März 2019 als mein Leben, wie ich es mir vorgestellt hatte und wie es war. endgültig zusammenbrach.

Zuvor war ich glücklich. Ich fühlte mich angekommen. Klar, beruflich hatte ich noch immer nicht gefunden, wo ich stehen wollte, aber ich war mir sicher, dass ich das auch noch hinbekomme. Immerhin hatte ich eine stabile Partnerschaft, Tiere und eine schöne Wohnung. Alles, was mir wichtig war.

Es kriselte etwas zwischen meinem Freund und mir, aber darum machte ich mir keine zu großen Sorgen. Unstimmigkeiten sind normal und diese würden wir auch überstehen, dachte ich.

Dementsprechend kam die Trennung für mich aus dem Nichts. Mein Freund verließ mich im wahrsten Sinne über Nacht. „Ich liebe dich nicht. Das hat keinen Grund.“ Am 03. März bestätigte er mir, dass es absolut keine Hoffnung mehr gäbe. „Aber du hast Zeit, dein Leben neu zu ordnen. Ich unterstütze dich mit den Tieren“, sagte er.

Wie gesagt kam das Aus für mich aus heiterem Himmel und ich brauchte erst einige Wochen, um überhaupt wieder klar denken zu können, geschweigedenn weiterzumachen.

Als ich dann ernsthaft meine Möglichkeiten abwog und darüber nachdachte, in Berlin zu bleiben und mir (und meinem Hund) eine neue Wohnung zu suchen, kam dann der nächste Schock: mein Ex hatte mittlerweile seine Meinung geändert, hielt seine Situation für untragbar und ich wurde mehr oder weniger aus der Wohnung geworfen (zu seiner Verteidigung muss ich anmerken, dass mir auch die Kraft fehlte, um ernsthaft zu streiten)

Ich habe trotzdem versucht, eine Wohnung zu finden, aber was soll ich sagen? Innerhalb von 3-4 Wochen mit niedrigem Einkommen und mit Hund ist es unmöglich, in Berlin noch Fuß zu fassen. Einige Besichtigungen und WGs waren dabei, aber am Ende erhielten immer andere den Zuschlag.

Zu meinem eigenen Wohl musste ich eine Entscheidung treffen – ich ziehe zurück zu meinen Eltern, nach Thüringen. Zumindest fürs erste.

Das fühlt sich scheiße an.

Berlin habe ich mir vor 10 Jahren nicht umsonst ausgesucht. Ich wollte die Großstadt, die bunte Mischung, die Anonymität, das Anderen-Egalsein. Ich habe mir hier alles selber aufgebaut, habe Freunde und Erinnerungen hier und lass das jetzt alles zurück, ohne dass sich das wirklich wie meine Entscheidung anfühlt.

Ja, ich habe mir immer offengehalten, irgendwann wieder wegzuziehen, aber das wäre Zukunftsmusik gewesen. Und mit Plan. Jetzt breche ich hier alle Zelte ab, pausiere das Studium, kündige meinen Job und ziehe mit 28 Jahren zurück zu meinen Eltern.

Und ehrlichgesagt weiß ich noch gar nicht, wie es dann weitergeht. Im Mai habe ich noch Homeoffice und pendle gelegentlich nach Berlin. Und dann? Arbeitslos? Ausbildung? Keine Ahnung. Damit bin ich maßlos überfordert und möchte jetzt erst einmal meinen Umzug abschließen und dann den Kontakt zu dem Menschen abbrechen, der mir einmal alles bedeutet hat und mir jetzt so fremd geworden ist.

Dazu kamen dann noch zwei furchtbare Nachrichten. Meine Verlegerin hat den Vertrag mit mir aufgelöst, wodurch meine Sternschnuppen nun leider kein kuschliges Nest mehr haben.

Dann ist noch meine liebe Kira gestorben, meine kleine Katze, die ich damals zurückgelassen habe, als ich nach Berlin gezogen bin. Meine Eltern hatten sich seitdem um sie gekümmert und sie mich immer geschmust, wenn ich zu Besuch war. Ganz überraschend ist sie tot umgefallen und hinterlässt ein riesiges Loch voller Unbegreifen und Schock.

Meine Eltern waren nun so lieb, meinen Katzen (mein Ex und ich haben sie erst Ende letzten Jahres adoptiert) ein neues Zuhause zu schenken. Mein Hund bleibt natürlich bei mir, denn er ist mein bester Freund und meine größte Stütze (ich weiß, ich betone das oft, aber ich glaube auch, dass wir so zusammengewachsen sind, weil ich Depressionen habe und er mir gerade in den schlimmen Phasen durch seine fröhliche Art und das Gassigehen sehr hilft).

Wir werden sehen, wohin es uns verschlägt. Anfang Mai erst einmal raus aus Berlin und nach Thüringen. Und dann? Vermutlich wieder eine größere Stadt.

Jedenfalls bin ich nicht alleine. Unheimlich viele, sehr, sehr liebe Menschen unterstützen mich in meinem Leben und auf Twitter und das bedeutet mir sehr viel! Brego hält zu mir und in meinen Gedanken trage ich sowieso ganz viele Welten und Ideen mit mir herum, die ich irgendwann zu Papier bringe.

Auch in dunklen Zeiten sieht man die Sterne. Daran werde ich immer glauben, auch wenn es mir mein Leben gerade wirklich schwer macht.

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