Buchrezension: Die Mottenkönigin von Beatrice Jacoby

Was würdest du tun, wenn du herausfindest, dass du bald sterben musst? Klarabell wird mit ihren gerade einmal 17 Jahren genau vor diese Frage gestellt und trifft ausgerechnet auf einen Unsterblichen, der ihr einen Ausweg anbietet.

Klingt spannend? Das ist es auch! Doch mehr dazu in meiner ausführlichen Rezension.

Handlung (wie immer in eigenen Worten)

Einst waren Klarabell und ihre beiden Cousinen unzertrennlich. Doch über die Jahre haben sie sich entfremdet und krampfen sich dennoch an ihre gemeinsamen Treffen. Sie wachsen in einem Internat für Empathisch Hochbegabte auf, wo Menschen wie sie lernen, mit ihren übernatürlichen Fähigkeiten umzugehen. Traumwandeln ist Klarabells Fähigkeit. Sie träumt nicht selbst, sondern durchlebt jede Nacht die Träume anderer Menschen. Eines Tages wird der jungen Frau von einer Wahrsagerin in naher Tod vorhergesagt. Vollkommen schockiert und ratlos, vor allem aber nicht bereit, ihr Schicksal einfach so hinzunehmen, bricht Klarabell einige Regeln – und stößt ausgerechnet auf einen Mann, der behauptet, unsterblich zu sein und ihr dieses Geschenk ebenfalls bereiten zu können.

Meinung:

Ich wusste nicht viel über diese Geschichte, bevor ich zu lesen begonnen habe. Lediglich die Zusammenfassung, einiger Charaktere und dass es sich hierbei um ein Herzensprojekt der Autorin handelt.

Was ich dann gelesen habe, hat mich umgehauen!

Jede einzelne Person ist spannend und detailliert gezeichnet. Ob das die drei Cousinen sind und ihre Beziehungen und ihre Dynamik untereinander, Klarabell selbst, die wunderbar jugendlich naiv ist oder Pares, der Unsterbliche und Noah, der Bruder einer der Cousinen.

Jede Figur hat ihre Eigenarten, ist greifbar und absolut lebendig und auch das junge Alter unserer Protagonistin scheint an vielen Situationen ebenso durch wie die Unsterblichkeit Pares‘.

Die Situationen und Entscheidungen sind nachvollziehbar, keine scheint mir unlogisch aus der Sicht der Protagonisten oder aber übereilt. Durch die Thematik des nahenden Todes und auch der zerbrochenen Beziehungen zur eigenen Familie sind Klarabells Gedanken oft schwermütig, manchmal voll von wunderschöner Melancholie und dennoch schafft die Geschichte es, sich nicht in dieser Schwere zu verlieren, sondern immer wieder kleine Lichter durchscheinen zu lassen. An vielen Stellen musste ich auch herzhaft lachen, was vor allem bestimmter Dialoge zu verschulden war.

Die Handlung schreitet langsam voran und ist zu keinem Zeitpunkt actiongeladen und überhetzt, aber ich bin auch eine Leserin, die das zu schätzen weiß und die deshalb jede Seite nochmal bewusst langsam auskostet.

Besonders gefallen hat mir die düstere Thematik der Geschichte und das Gleichgewicht zwischen dieser Melancholie und der dennoch jugendlichen Lebensfreude all der Charaktere. Auch die Detailgenauigkeit der Welt habe ich so nicht kommen sehen.

Die Existenz von Empathisch Hochbegabten ist in dem Köln, in dem die Möttenkönigin spielt, nicht nur bekannt, sie setzt auch Umgangsregeln und ganz besondere Traditionen voraus, denen die Begabten und auch die gewöhnlichen Menschen unterliegen. Das sind vor allem bestimmte Schutzmechanismen gegen Flüche und die dunklen Künste, da in dieser Welt Verwünschungen tatsächlich Realität werden können.

Auch hervorheben möchte ich die Traumwelten, die die Autorin erschafft und die mich atemlos zurückgelassen haben. Am liebsten würde ich mit Klarabell gemeinsam in Träume reisen und sie erkunden, selbst wenn dort manchmal Alpträume lauern, die ganz und gar markerschütternd sind. Der Umgang mit diesen dunklen Träumen wirkt rund und durchdacht. Klarabell kann sie zwar bekämpfen, aber wie im echten Leben auch bleibt dies nicht ohne Konsequenz.

Ebenso ist auch das Ende der Mottenkönigin, das ich nicht spoilern werde. Einige Rätsel werden gelöst, einiges bleibt offen, aber Handlungen bleiben nicht ohne Konsequenz und manche Narben werden brauchen, um zu verheilen.

Ich werde mir auf jeden Fall das Print dieses besonderen Buches sichern und spreche euch meine ausdrückliche Leseempfehlung für dieses besondere Werk aus, das euch hoffentlich ebenso wie Licht die Motten anzieht.

Hier geht es zum eBook auf Amazon: Die Mottenkönigin
Und hier zur Autorinnenseite auf Facebook: Beatrice Jacoby
Das Instagramprofil der Autorin: @Beatrice.Jacoby

Vielen dank an den Papierverzierer Verlag für die Zustellung meines allerersten Rezensionsexemplares! (dies hat aber keinerlei Einfluss auf mein positives Feedback zur Mottenkönigin!)

Randbemerkung, die keinen Einfluss auf meine Bewertung des Werkes hat: In meiner Ausgabe (Dezember 2018, eBook) haben sich leider sehr viele Rechtschreibfehler eingeschlichen. Ich würde das nicht erwähnen, wenn es nicht den Lesefluss stören würde, aber das hat es leider, was für mir für das Buch an sich unheimlich leidtut. Ich lasse diesen Punkt dennoch nicht in meine Kritik einfließen, da ich weiß, dass es hierbei nicht die Schuld der Autorin selbst ist, sondern hier das Korrektorat des Verlags leider versagt hat. Ich möchte es dennoch anbringen und hervorheben, damit diese Fehler beseitigt werden und künftige Leser die Mottenkönigin vollkommen genießen können.

 

Werbeanzeigen