Filmkritik: Pacific Rim – Uprising

Da mein Freund Tickets zur #SocialMovieNight gewonnen hat, hatten wir die Ehre, den zweiten Teil zu Pacific Rim schon vor offiziellen Kinostart im IMAX sehen zu dĂŒrfen. Vielen Dank an dieser Stelle an Robert Hofmann und sein Team fĂŒr dieses Fest!

Warum ich die Reihe mag, obwohl es ja nur dumme Mecha- Klopperei ist und meine ausfĂŒhrliche Filmkritik nun im Detail 😊

đŸ€– HANDLUNG:

Der Film setzt 10 Jahre nach dem ersten Teil und damit der Invasion der Kaiju an. Der Krieg ist beendet und hinterließ eine zerstörte Welt, die sich nur langsam erholt.

Vor allem der Schrecken ĂŒber die Angriffe ist noch immer zu spĂŒren, sodass das JĂ€ger- Programm nach wie vor fortgesetzt und Rekruiten ausgebildet werden. Eine chinesische Firma will JĂ€ger- Drohnen zulassen, die zukĂŒnftig die Welt beschĂŒtzen sollen und mitten in den Verhandlungen kommt es zu einer Wendung, die Keiner hat kommen sehen.

(Ich habe es absichtlich vage formuliert, damit Niemand an dieser Stelle gespoilert wird.)

đŸ€– BESETZUNG:

Wir haben mit John Boyega und Scott Eastwood zwei namenhafte Protagonisten, die den Film tragen sollen. Der weibliche und diesmal jugendliche Gegenpart wurde von Cailee Spaeny besetzt.

Der Film wird hauptsĂ€chlich durch Boyegas Rolle des Jake Pentecost getragen, dessen Vater in Teil 1 verstarb. Und hier kommen wir zum grĂ¶ĂŸten Problem des Films: der Charakter ist so schlecht geschrieben, dass er an vielen Stelle fast schizophren wirkt.

Einerseits haben wir einen rebellierenden Sohn, fĂŒr den sein Vater sich geschĂ€mt hat und weshalb er nie ĂŒber ihn sprach (und er deshalb in Teil 1 nie erwĂ€hnt wird) – soweit wĂ€re zumindest die Logik. Denn so richtig rebellisch ist er nicht. Er versucht Anschluss in der neuen Welt zu finden, die der Krieg hinterlassen hat, ist aber sofort zur Stelle, als Gefahr droht. Da springt er gleich in Gypsy und legt los.

Seine Witze sind aufgesetzt, deplatziert und haben bei mir oft nur Augenrollen verursacht. Und so richtig wurde mir auch nicht klar, weshalb er aus dem JĂ€ger- Programm geflogen ist. Eigentlich war er doch noch ein Kind und hat einen Fehler gemacht. Ja und? Und… Ă€hm, weshalb haben wir ihn in Teil 1 nicht gesehen oder mal am Rande erwĂ€hnt bekommen? Ach ja, weil wir ja unbedingt einen Sohn fĂŒr Teil 2 brauchten.

Und was wurde eigentlich aus Raleigh, unseren Protagonisten aus Teil 1?

Doch noch einmal zurĂŒck zu Jake: hier hat sich der Film nicht getraut, richtiges Konfliktpotenzial zu schaffen und seinen Charakter so verkorkst und rebellisch darzustellen, wie er hĂ€tte sein mĂŒssen, um seine Abwesenheit aus Teil 1 zu rechtfertigen und ihn außerdem nicht zu dieser Flachwitze- reißenden- Karikatur zu machen.

Scott Eastwood verkörpert in Nate ganz den loyalen Soldaten, der gleichzeitig wie die einzige erwachsene Person im Film wirkt und unsere weibliche Teenagerin, Amara, soll Pepp bringen, wirkt jedoch leider oft unangemessen pubertÀt und zickig. Ich mochte aber ihre Cleverness und ihren Kampfgeist.

đŸ€– MEINUNG (ACHTUNG: SPOILER):

Ich habe Schlimmeres erwartet. Nach den Trailern hatte ich wirklich Angst, dass der Film ein Transformers oder Power Rangers wird, aber zum GlĂŒck ist es nicht so weit gekommen.

Fangen wir mit dem Positiven an: Mako ist dabei, wohoo! Und Mecha- Fights in Tokyo, yeah! (Da schlĂ€gt mein Anime- Fanherz natĂŒrlich höher)

Ich mochte durchweg die Designs von den JĂ€gern, von den Kaiju udn von der ganzen Welt. Optisch macht also auch der zweite Teil einiges her und hat mir oft von den Bildern den Atem geraubt. Denn es sieht schon verdammt geil aus, wenn sich zwei rieisge Roboter im arktischen Eis kloppen. Ja, solchen Bildern kann ich einiges abgewinnen.

Zudem mochte ich den Anfang und die ganze Grundidee von riesigen Kaiju- Skeletten, die auf der ErdoberflĂ€che rumliegen und geplĂŒndert werden. Auch der Tauschhandel und die ganze Parallelgesellschaft fand ich cool und da hĂ€tte ich gerne mehr von gesehen.

Und dann gab es da noch die diese eine Szene, die mich voll vom Hocker gehauen hat. Und dabei mal gar keine Action hatte. Ja, genau die Szene, als wir herausfinden, wer Alice wirklich ist. Die war so geil!

Trotzdem hat Uprising so gewaltige PlotlĂŒcken, dass da ein JĂ€ger durchpasst.

Jake hatte ich ja oben schon erwĂ€hnt. Er schafft es einfach nicht, den Film glaubhaft zu tragen und zerstört damit fĂŒr mich oft die Spannung an wesentlichen Stellen. Generell ist es unpassend, dass der Film kĂŒnstlich durch seine Protagonisten isn LĂ€cherliche gezogen wird, wo der erste so wunderbar dunkel und bedrohlich war.

Dann gibt es da diese Stelle, wo Jake und Nate von Mako in die EiswĂŒste geschickt werden – nur um dann dort zufĂ€llig in einen Kampf verwickelt zu werden, der dann zwar letzten Ende Fragen erklĂ€rt, so aber nicht von Mako vorgesehen war. Trotzdem wird nie aufgelöst, weshalb sie sie dorthin geschickt hat und was dort hĂ€tte gefunden werden sollen.

Genau das dachte ich bei dem allerersten Angriff, der vollkommen aus dem Nichts kam.

Weiterhin unlogisch fand ich die ganze Stelle mit dem ersten Angriff durch einen feindlichen JĂ€ger. Gut, hier mag nicht unbedingt sofort ersichtlich sein, dass es eine Drohne ist. Dennoch hĂ€tten die Leute das in Betracht ziehen und diskutieren mĂŒssen. gerade wenn einige Szenen davon noch die Rede davon war, dass Drohnen gehackt werden können.

Stattdessen wurde eine Art Notstand ausgerufen (wegen einem (!!!) feindlichen JĂ€ger) und die Fertigstellung der Drohnen derart forciert, dass sie innerhalb von 48h einsatzbereit sein sollten. An dieser Stelle konnt eich nur noch den Kopf vor Unlogik schĂŒtteln.

Der Film schafft es nie, auch nur ansatzweise die Bedrohung von Teil 1 aufzubauen, was vor allem auch am Heroes Shield der Charaktere liegt. Ja, ein Mensch stirbt mal, juhu. Muss man ja auch mal zeigen, dass das hier ein echter Kampf ist. Aber wÀhrend in Teil 1 noch reihenweise Piloten, KÀmpfer, Zivilisten draufgingen wird hier peinlichst darauf geachtet, dass ja niemand zu Schaden kommt. Und da fand ich die Schutzbunker in Tokyo noch am logischsten (die Japaner rechnen ja immerhin stÀndig mit Angriffen von Godzilla und Co.)

Das Ziel der Kaiju ist schlichtweg Bullshit. Wenn die wirklich nur zu einem Vulkan kommen brauchten – meinetwegen auch dem Fujijama im Speziellen – dann hatten sie bei Teil 1 genug Chancen dazu gehabt und brauchten nicht erst darauf warten wiederzukommen und noch ein Monster dahinzujagen.

Und dann haben wir da noch all die kleiner „Na klar!“- Szenen, die mich nur noch frustriert seufzen ließen: Ein Lavasee im Fujijama, die JĂ€ger stehen nur gaffend da als das Monster sich transformiert (statt mal zu feuern!!), Jake und Amani schießen sich in die AtmosphĂ€re und haben nichts als ihre AnzĂŒge, um sich vor der Hitze des Falls zu schĂŒtzen und natĂŒrlich all die dummen, unnötigen Dialoge, Reden und Witze.

Im Nachhinein fehlt mir auch das Visuelle vom ersten Teil, der immer wieder die gewaltigen Ausmaße der Kaiju und auch JĂ€ger verdeutlich und extrem zelebriert hat. Gab es hier so gut wie gar nicht.

Last but not least: das Ende. Es war wirklich schnell vorbei und hat bei mir ein GefĂŒhl von „Das war es jetzt??“ hinterlassen. Irgendwie konnt eich nicht glauben, dass es wirklich so einfach vorbei war und habe immer darauf gewartet, dass der Endboss doch nochmal aufsteht und weiterkĂ€mpft.

đŸ€– FAZIT:

Uprising ist einer dieser Filme, die besonders frustrierend sind weil ich genau merke, dass da gute Ideen dabei sind und sich die Leute wirklich Gedanken gemacht haben. Dass daraus ein richtig, richtig guter Film hÀtte werden können.

So ist er zwar gut anzusehen, hat einige Überraschungen und wirklich tolle Effekte, ist aber insgesamt wesentlich schwĂ€cher als der erste Teil, den ich immer noch sehr mag und der auch seine Problem und Unlogik hatte. aber solch ein Film ist dann gut, wenn man ĂŒber all diese Fehler hinwegsehen kann und ihn trotzdem cool findet. Wenn ich zumindest beim Schauen nicht mit den Augen rolle und frustriert seufze.

Ich mochte die Grundidee von Uprising und das ganze Konzept der Wiederkehr der Kaiju. Schade fand ich, dass der Score nicht so grandios eingebunden wurde wie bei Teil 1 und dass viele Chancen verbaut worden, wo der Film hĂ€tte was riskieren mĂŒssen.

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