Rezension: Bokurano

Was würdest du tun, wenn du im Sommercamp eine geheime Grotte entdeckst und sich darin ein riesiger Mecha befinden würde? Würdest du den Vertrag unterzeichnen, den dir ein fremder Mann anbietet? Oder würdest du weiterleben als wäre nichts geschehen?

In Bokurano geschieht genau das:
15 Kinder entdecken eine verborgene Höhle, während sie sich im Sommercamp befinden. Darin sind unzählige Computer und ein Mann, der sich als Kokopelli vorstellt, tritt auf die Kinder zu. Er behauptet, ein Spiel testen zu wollen, indem die Kinder einen riesigen Roboter steuern. Dazu müssten sie einen Vertrag unterzeichnen und als alle bis auf eines der Kinder einwilligen, wachen sie am Strand auf und glauben, nur geträumt zu haben.

Dann tauchen Roboter auf, die die Menschen angreifen auf. Und der Mecha, den nur die Kinder steuern können.
___________________

Was klingt wie der gewöhnliche Plot eines Mecha- Animes entpuppt sich so schnell als so viel mehr. Mit Bokurano haben wir nämlich kein verstörendes NGE oder abenteurlastiges Gundam Wing.

Viel mehr entpuppt es sich als Drama und als kleines, viel zu unterschätztes Anime- Juwel.

Der Mecha, den die Kinder steuern müssen, wird von deren Lebensenergie gespeißt und jedes Mal, wenn sie diesen gegen die anderen Roboter einsetzen, muss sich ein Kind entscheiden. Nicht nur, ob es gegen die unheimlichen fremden Roboter kämpft, sondern auch, ob es in diesem Kampf sein Leben lässt. Denn das ist der Preis, um den Roboter zu steuern.

Und das ist nur ein kleiner Punkt, der den Anime so großartig macht. Er wirft so viele Fragen auf: was ist das Leben eines Kindes gegenüber dem von tausenden wert? Was tust du, wenn du kämpfen sollst? Was hinterlässt du?
Und natürlich die Frage, was hinter all dem steckt.

Dabei erzählt der Anime langsam. Die Figuren erhalten ihren eigenen hintergrund, jedes der Kinder ist einzigartig, jedes hat seinen eigenen Kampf zu bestreiten. Nicht nur mit dem Roboter. Und dabei fokussiert sich die Erzählung immer wieder auf die psychologische Wirkung eines solchen Szenarios: wie gehen die Kinder damit um? Was richtet dieser Kampf mit ihnen an?

Und das ohne dass wie in NGE direkt alles den Bach runtergeht.

Bokurano kann ich auch Zuschauern empfehlen, die nur wenig Anime schauen oder sich bisher vor den Mecha- Anime geschaut haben.
Es ist keine einfache Kost, ganz sicher nicht und ich musste oft schlucken und Tränen vergießen. Aber das gehört für mich genauso zu guten Serien dazu, wie dass ich mit den Protagonisten lachen kann.

Ganz nebenbei: das Opening gehört zu meinen Lieblingsopenings. Es ist wunderschön, zeit die kleinen Momente und betont dadurch nur einmal mehr, wie wichtig sie sind

Bokurano ist ein Anime, der Hoffnungslosigkeit erblühen lässt und es trotzdem schafft, am Ende nicht zu verzweifeln. Der wichtige Fragen stellt, viele Antworten dem Zuschauer überlässt und sich dabei nie in dummen Klischees verliert. Seht ihn euch an!

Werbeanzeigen