NaNoWriMo: Vorbereitungen für deinen produktivsten Schreibmonat

Der Oktober ist schon fast vorbei und der November klopft aufgeregt an deine Tür. Der November mit seinem jährlichen NaNo, der beinahe ein Pflichtevent für alle Autoren darstellt.

Neue Romane werden geschrieben, Projekte beendet oder Abschlussarbeiten für die Universität getippt. Auch überarbeiten ist erlaubt. Und das wunderbare dabei: im November ist man als Autor mal nicht ganz alleine. Als weltweites Event pusht der NaNo die Motivation, knüpft neue Bekanntschaften und schafft Selbstvertrauen durch überwundene Schreibblockaden.

Was ist der NaNoWriMo?

Der National Novel Writing Month ist ein jährlich stattfindendes, weltweites Event, das mit Spenden finanziert wird. Ziel ist das Schreiben eines neuen, kompletten Romans mit dem Umfang von 50.000 Wörtern innerhalb des Novembers.

Die Grundidee lautet, dass du am Ende des Novembers deinen ersten Entwurf fertiggestellt hast oder zumindest ein gutes Stück weitergekommen bist. Dabei liegt der Fokus auf Quantität statt Qualität.

Aber ist es nicht sinnlos, viel zu schreiben statt gut zu schreiben?

Nein. Denn eine geschriebene Seite kann überarbeitet werden. Eine leere Seite muss erst einmal beschrieben werden. Und auch die perfekteste Seite wirst du noch hundert Mal ändern.

Außerdem pusht es unheimlich deine Motivation, wenn du so stark vorankommst udn vielleicht sogar ein fertiges Manuskript Ende des Monats vor dir liegt.

Aber wie bereitest du dich am besten vor?

50.000 Wörter in 30 Tagen. Das klingt heftig (und ist es auch). Aufgeteilt auf die 30 Tage, die der November hat, sind das 1.667 Wörter am Tag. So klingt es schon machbarer, oder?

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Die Vorbereitungen im Oktober

Bevor der NaNo überhaupt startet, solltest du ihn schon so gut es geht vorbereiten.

Natürlich steht hierbei das Plotten an erster Stelle (sofern du überhaupt planst). Überlege dir, was du schreiben möchtest, plane deinen Plot, erstelle Charakterbögen und skizziere deine Szenen, so weit es geht und so weit du kannst.

Ich selbst gehe nur mit halben Plan an den NaNo. Das heißt: ich weiß, was ich schreiben möchte und habe einen groben Handlunsgabriss im Kopf. Aber ich plane nicht detailliert aus. Und auch wenn du sonst einfach nur drauflosschreibst empfehle ich dir für den NaNo einen groben Plan (auch wenn der sich nur in deinen Kopf befindet).

Allgemeine Vorbereitungen – Termine und Vorräte

Wenn möglich, halte Termine aus dem November fern oder versuche sie auf ein Minimum zu reduzieren. Schaufle dir so viel Zeit wie möglich zum schreiben frei und nimm Urlaub, falls du sowieso welchen übrig hast oder bummle Überstunden ab.

Verkünde außerdem nach außen, dass du diesen November am NaNo teilnimmst und dementsprechend ausgeplant bist. Es kann sein, dass deine Freunde und Familie das nicht verstehen oder ernstnehmen.

Das ist okay. Du solltest es ernst meinen und vollkommen hinter deiner Entscheidung stehen. Das bedeutet leider auch, Verabredung einmal abzusagen oder zu verschieben. Doch das hast du ja angekündigt.

Räume deinen Schreibtisch auf. Denn Ordnung am Arbeitsplatz ist auch Ordnung im Kopf. Du kannst dir Motivationssprüche oder ein Moodboard über deinen bevorzugten Schreibplatz hängen. Manche Schreiberlinge basteln sich sogar ein Cover.

Letztes Jahr hing bei mir ein Moddboard, ein kleiner Coverentwurf und der Slogan vom NaNoWriMo. Jetzt hängen an derselben Stelle die Siegerurkunden von ebendiesem NaNo, dem Camp im April und ebenfalss ein kleines Moodboard.

Bevorrate dein bevorzugtes Nervenfutter und dein Nervengetränk – denn Kaffee und/oder Tee wirst du in rauen Mengen verbrauchen. Zudem kannst du dir Keks backen, deine Schokoladenvorräte auffüllen oder Trockenobst knabbern, ganz nach deinen Vorlieben.

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Lege fest, wann du wieviel schreiben kannst

Wenn sich Termine und Verabredungen partout nicht verschieben lassen, dann überlge, zu welchen Zeiten du sonst an diesem Tag schreiben kannst. Schaffst du zu einem Geburtstag überhaupt deine täglichen 1.700 Wörter?

Sei realisitisch. Wenn du das nicht schaffst, ist das kein Weltuntergang, du musst es nur einplanen und so weit wie möglich im Voraus kommen sehen, dann kannst du auf die übrigen Tage verteile, wann du den Rückstand aufholen kannst.

Hast du Tage komplett frei? Dann blocke sie zum schreiben udn schreib so viel du kannst an diesen Tagen runter. ein Polster zu haben schadet beim NaNo nie, denn der November ist leider auch Erkältungszeit und wenn es einen Tag mal gar nicht läuft, hast du Reserven.

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Schwimme auf der Anfangsmotivation

Du wirst merken, dass du vor allem am Anfang des Monats noch voller Tatendrang bist und der immer mehr zur Mitte des NaNos nachlässt.

Deshalb nutze diesen energieschub zu deinen Gunsten und schreib, so viel du kannst, wann du kannst.

Jedes Jahr schreiben Teilnehmer ab 0 Uhr am 01. November schon in den NaNo hinein. Wenn du kannst, lege einen solchen nächtlichen Start hin. Dann hast du vor Morgengrauen schon deine ersten 1.000 Wörter im Kasten und kannst am ersten Tag schon locker mehr als die geplanten 1.700 Wörter schaffen.

Stichwort: Polster.

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Visualisiere deinen Fortschritt

Lege dir eine Methode an, wie du täglich deine erreichten Worte dokumentierst. In einer Exceltabelle, in einem separaten Dokument auf dem PC, auf Papier oder in deinem täglichen Planer.

Schreibe jeden Tag auf, wie viele Worte du geschafft hast und bei wie vielen insgesamt du stehst.

Was außerdem hilft: eine grafische Darstellung deines Erfolges. So kannst du deine Gesamtworte auch in einem Grapfen oder in Prozent jeden Tag eintragen.

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Setze dir Meilensteine

Du glaubst nicht, wie wichtig Selbstbelohnung ist, bevor du es wirklich erlebt hast. Und für so ein großes Ziel von 50.000 Wörtern brauchst du wirklich alles an Motivation, das du bekommen kannst.

Setze dir also Meilensteine und beachte dabei dein eigenes Verhalten. Ich habe mir zum Beispiel für den Anfang mehr gesetzt als für das Ende, weil ich, wenn ich einmal drin bin, keine großen Arschtritte mehr brauche. Dafür am Anfang.

Deshalb habe ich mir Marker bei 5.000, 10.000, 15.000, 25.000, 45.000 und 50.000 gesetzt. Für jeden dieser Marker setzt du nun eine Belohnung, die du dir zum Zeitpunkt des Erreichens gönnst.

Das kann ein neues Buch, ein heißes Bad bei Kerzenschein, ein Stück Torte oder eben alles sein auf das du dich freust. Zum Ende (für die 50.000) kannst du dir ruhig auch einen richtigen Luxus gönnen, auf den du ewig sparst und bisher geliebäugelt hast.

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Feiere, wenn du dein Ziel erreicht hast

Die 50.000 Wörter sind geschafft. Du hast Unmögliches bewältigt, einen roman geschrieben, einen vorhandenen beendet, etwas Neues begonnen.

Du hast 50.000 Wörter mehr als vor diesem November und das ist großartig!

Feiere deinen Erfolg, hänge dir deine Siegerurkunde eingerahmt über deinen Arbeitsplatz und gönn dir etwas Großartiges. Sei stolz auf dich!! Und: der nächste NaNo (oder besser gesagt das Camp im April) wartet schon auf dich 😉

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